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Was ist eigentlich eine Garküche?

Der Name Garküche…

Der Name „Garküche“ stammt aus dem 15. Jahrhundert. Zu jener Zeit entstanden fast in jeder Stadt in Deutschland die Garküchen. Einfache und vor allem preiswerte Speisen gab es beim Garkoch, der hauptsächlich für den ärmeren Teil des Volkes kochte. Die Garküchen waren eine Institution unmittelbar in der Nähe des Rathauses, weil sie meist die Ratsstube mit versorgten.

Überwiegend überließ man den Pächtern die Garküche und den damit verbundenen Rechten und Pflichten als Garkoch zu einem Jahreszins auf Lebenszeit.

Garküchen gab es nachgewiesenermaßen in Amsterdam, Hamburg, Berlin, Braunschweig, Frankfurt, Dresden, Nürnberg, Bamberg, Würzburg, Schneeberg, Leipzig, Hildburghausen, Buttstädt, Markneukirchen, Auerbach, Eibenstock, Oelsnitz, Stolpen, sogar von Rom ist die Existenz einer Garküche bekannt.

Später war der Name „Garküche“ verpönt. Überall ließen sich die Garküchen umbenennen in attraktivere Namen wie „Zum Goldenen Schwan“ oder „Leipziger Hof“.

Nur wenige Garküchen gibt es noch. In Rudolstadt existierte bis vor kurzem noch die „Alte Garküche“, in Kronach erinnert der Name einer kleinen Gasse an vergangene Garküchenzeiten.

Die Garküche in Leutenberg bleibt ihrem Namen treu, da sich mit ihm die über 350-jährige Tradition der Familie Schmidt in diesem Haus verbindet.

Freuden und Schreckenstag

Freuden und Schreckenstag

Mit der Garküche in Leutenberg ist eine ganz besondere Geschichte verbunden:

Der 30-jährige Krieg wütete im ganzen Land. Eine ganze Generation kannte Friedenszeiten nur aus den Erzählungen der „Alten“. Unvorstellbares Leid, Elend, Armut und Hunger war der Alltag. Die Gräfin Aemilie Antonie, die zu dieser Zeit auf der Friedensburg in Leutenberg residierte, nahm ihren Geburtstag zum Anlaß und erließ mit der Leutenberger Friedensspende ein sogenanntes Legat. Ein Gesetz, das auch nach ihrem Tode Gültigkeit behielt und an dessen Weisungen sich sämtliche Regierenden im Fürstentum halten mußten. Damit wollte Sie eine Erinnerung setzten an das so sehr ersehnte Kriegsende. Das Friedensfest wurde am 19.August 1650 mit der ganzen Stadt und allen Untertanen gefeiert und die Friedensspende sollte die Erinnerung daran bei künftigen Generationen wachhalten.

Letztmalig wurde diese Spende 1918 in der Garküche ausgegeben.